2005

2005

Das Weinjahr und der Jahrgang 2005


(ÖWM) Nach durchaus unterschiedlichen Witterungsbedingungen, die mancher Orts die österreichischen Winzer an die Grenzen ihrer Belastbarkeit geführt haben, kann dieses positive Motto ohne Zweifel vorangestellt werden. Die Weißweine des neuen Jahrgangs sind fruchtbetont und präzise und glänzen durch eine schöne Harmonie. Die Roten kennzeichnet 2005 eine schlanke, charmante, „österreichische“ Aromatik, die den Sortencharakter klar zum Ausdruck bringt und besonders in jungen Jahren großen Trinkgenuss bieten wird. Die edelsüßen Tropfen zeigen eine ungeheurer Intensität und beeindruckende Fruchtbrillanz. Die Gesamterntemenge von 2,2 Mio. hl liegt wesentlich unter dem langjährigen Durchschnitt und ist der einzige Wermutstropfen in diesem Weinjahr der Überraschungen.

Das anspruchsvolle Weinjahr 2005 kündigte sich mit einer langsamen Blüte im Frühjahr an, in der kühlere Perioden für eine frühe Dezimierung des Traubenansatzes in Österreichs Weingärten sorgten. Obwohl der nachfolgende Sommer seine Bezeichnung kaum verdient hat, war die Traubenreife für die heimischen Winzer zufrieden stellend. Anfang August setzten dann Niederschläge ein, die auch den feuchten, kühlen September begleiteten. In der Folge waren die Beeren erhöhtem Fäulnisdruck ausgesetzt. Für die Winzer bedeutete dies besonders sorgfältige Weingartenarbeit, Ausdünnen des Rebbehanges, gewissenhafte Laubarbeit,… um die gewünschten Reifegradationen zu erhalten. Der Wetterumschwung am 3. Oktober, der während des ganzen Monats für einen beständig sonnigen Altweibersommer sorgte, förderte die Zuckerbildung in den Trauben und schuf ein hochqualitatives Ernteergebnis.

Die österreichischen Weißweine des Jahres 2005 brillieren durch eine ausgewogene Balance von Alkohol, Extraktgehalt und Säure und verfügen über eine reichhaltige Aromatik, welche Fruchtschmelz und Sortentypizität gut zum Ausdruck bringt. Bei guten bis sehr guten Reifegradationen dürfte die Säure in manchen Fällen etwas niedriger, jedenfalls deutlich unter dem Vorjahr liegen. Für die Leitsorte Grüner Veltliner haben die ersten Verkostungen ein pfeffrig-würziges Geschmacksbild gezeigt, das von dezenten Fruchtaromen geprägt wird. In den niederösterreichischen Hauptanbaugebieten hat der siebte gute Veltlinerjahrgang in Folge überaus reintönige und klare Weine hervorgebracht, die bei aller Fruchtfülle nie vorlaut oder gar grasig wirken. Die Säure ist angemessen und bindet sich bereits gut in das Gesamtgefüge ein, so dass aller Voraussicht nach mit ebenso soliden wie eleganten Weinen zu rechnen sein wird, die in ihrem Erscheinungsbild zwischen 1999, 2001 und 2004 eingestuft werden können.

Besonders erfreulich fällt die erste Prognose für Rieslinge aus die jetzt in ihrer Jugend mit ausgeprägter Steinobstfrucht, angenehm-rassiger Säurestruktur und vor allem viel Schliff und Ausgewogenheit auftrumpfen. Ähnlich Positives lässt Sauvignon Blanc erwarten, dessen Bandbreite wieder einmal von Paprika und heu-artiger Würze bis zu gehaltvollen und noblen, im Bukett an Cassis und Holunder erinnernden Repräsentanten reichen sollte. Endlich wieder frische Sommerweine von apfeliger Frucht und knackiger Textur versprechen die heurigen Welschrieslinge, während Chardonnay, Weiß- und Grauburgunder – sofern sie durch die Regenphase nicht zu sehr gelitten haben – saftige und ausgereifte Exemplare mit ebenfalls klarer Sortenfrucht erbringen.

Derart genussvolle Resultate waren 2005 nur erzielbar, sofern die Lesetermine genau geplant waren bzw. durch entsprechend rigide Selektion nur erstklassiges Traubengut eingefahren wurde. Dies hat zusätzlich zu einer Verringerung der geernteten Traubenmenge beigetragen.

Für die Rotweine gilt das zuvor gesagte in besonderem Ausmaß: strenge Ausleseverfahren mit verstärkten Lesemannschaften waren unbedingt notwendig, um gesundes Material zu ernten. Speziell bei Zweigelt, aber auch bei frühreifenden Sorten à la Pinot Noir und St. Laurent waren starke Mengeneinbußen unabdingbar, damit eine entsprechende Qualität gesichert werden konnte. In Summe präsentieren diese Rebsorten jugendlich-charmante Weine mit rotbeeriger Frucht sowie eine unaufdringliche Säure- und Tanninstruktur. Bei den spätreifenden Sorten, wie Blaufränkisch und Cabernet zeichnen sich markante und ausgewogene Weine mit viel Frucht ab.

Auch die Kategorie der Premium-Cuvées liefert 2005 schlanker strukturierte, charmante und feingliedrige Gewächse mit zarter Frucht und mittlerem Tanningehalt ab, die etwas früher als in den letzten Jahren zugänglich sein werden. Die zunächst zögernd, dann aber massiv einsetzende Botrytis hat in den Zentren der Süßweinbereitung rund um den Neusiedlersee, vereinzelt aber auch in anderen geeigneten Standorten, schon zu frühem Jubel geführt. Nach der Degustation der ersten Süßweinproben waren sich alle Experten einig, dass ein großer Jahrgang mit Kreszenzen voll Kraft, unbändiger Fruchtfülle und rassiger Säure bevorsteht, in dem sich trotz aller Intensität auch frühe Harmonie und geschliffene Eleganz unaufhaltsam entwickeln. 2005 wird wohl eines der besten Süßweinjahre seit dem legendären 1995er, aber auch 1993 und 1999 sein, allerdings mit viel geringeren Mengen.
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Weingut Markus HUBER
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